Wohin verschwindet das Geld welches in die Pflegeversicherung einbezahlt wird?


Wo bitte gehen die Milliardenbeträge hin, die Monat für Monat in die gesetzliche Pflegeversicherung eingezahlt werden, beziehungsweise die gewaltigen Summen, die sich über ein Jahr hinweg ergeben?

Wie kann es sein, dass die Pflegeversicherung trotz dieser enormen Einnahmen immer wieder von finanziellen Problemen, Versorgungslücken und angeblicher Unterfinanzierung spricht?

Die Bürgerinnen und Bürger zahlen verpflichtend und regelmäßig hohe Beiträge ein. Arbeitnehmer, Arbeitgeber sowie Millionen Rentnerinnen und Rentner leisten Monat für Monat erhebliche Zahlungen. Dennoch verschlechtert sich die Situation in der Pflege seit Jahren spürbar.

Es ist vollkommen unverständlich, weshalb trotz dieser massiven Einnahmen weiterhin von Krisen, Finanzierungslücken und drohenden Engpässen die Rede ist. Die Menschen haben ein Recht darauf zu erfahren, wohin diese Gelder tatsächlich fließen.

Die Damen und Herren der Regierung müssen endlich offen, transparent und nachvollziehbar darlegen, wie die eingezahlten Summen verwendet werden. Über die tatsächliche Höhe dieser enormen Einnahmen wird öffentlich kaum gesprochen, während die Belastungen für die Bevölkerung immer weiter steigen.

In die gesetzliche Soziale Pflegeversicherung (SPV) zahlen derzeit rund 34 bis 35 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte ein, darunter Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer und Auszubildende.

Zusätzlich leisten etwa 3,5 Millionen Unternehmen und Institutionen ihren Arbeitgeberanteil für diese 34 bis 35 Millionen Beschäftigten. Dadurch entstehen insgesamt Beitragszahlungen aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteilen für rund 68 bis 70 Millionen beitragspflichtige Anteile zugunsten der Pflegeversicherung.

Hinzu kommen etwa 22 Millionen Rentnerinnen und Rentner, die ihre Beiträge zur Pflegeversicherung selbst tragen, da die Rentenversicherung keinen Arbeitgeberanteil übernimmt.

Damit ergibt sich insgesamt eine Größenordnung von etwa 90 bis 92 Millionen beitragspflichtigen Anteilen beziehungsweise Einnahmequellen innerhalb der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Nach meiner durchschnittlichen Berechnung ergeben sich jedoch andere finanzielle Werte, da deutlich zwischen den verschiedenen Beitragssätzen unterschieden werden muss:

Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Kindern gilt regulär ein Beitragssatz von 3,6 %, der jeweils zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen wird (1,8 % Arbeitgeberanteil und 1,8 % Arbeitnehmeranteil).

Für kinderlose Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gilt hingegen ein Beitragssatz von 4,2 %, wobei ebenfalls beide Seiten jeweils 2,1 % tragen.

Rentnerinnen und Rentner zahlen den Beitrag allein. Mit Kindern beträgt dieser 3,6 %, bei Kinderlosigkeit 4,2 %.

Unter Berücksichtigung dieser unterschiedlichen Beitragssätze ergibt sich nach meiner durchschnittlichen Berechnung ein monatliches Beitragsvolumen von etwa 931.623.477,12 Euro (931 Millionen 623 Tausend 477 Euro und 12 Cent).

Hochgerechnet auf das Jahr entspricht dies einem Gesamtbetrag von etwa 11.179.484.725,44 Euro (11 Milliarden 179 Millionen 484 Tausend 725 Euro und 44 Cent).

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*Dies ist nicht herabwürdigend zu verstehen, davon distanziere ich mich ausdrücklich!

Bezieher von Bürgergeld bzw. Grundsicherung zur Sicherung des Lebensunterhalts zahlen keine eigenen Beiträge zur Pflegeversicherung aus ihren Leistungen. Erhalten diese Personen jedoch einen Pflegegrad, haben sie Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung. Diese Leistungen dürfen nicht auf das Bürgergeld beziehungsweise die Grundsicherung angerechnet werden.

In Deutschland beziehen derzeit etwa 5,3 bis 5,5 Millionen Menschen Bürgergeld oder vergleichbare Leistungen der Grundsicherung. Das entspricht ungefähr 8 Prozent der Bevölkerung. Nach verschiedenen Berechnungen verbleiben davon rund 4,536 Millionen reine Bürgergeldempfänger, für die keine eigenen Beiträge zur Pflegeversicherung gezahlt werden.

2.  Anders verhält es sich bei Menschen, die zusätzlich zur gesetzlichen Rente Grundsicherung erhalten. In der Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung (SGB XII) müssen Betroffene die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung nicht selbst tragen. Diese werden vollständig vom Sozialamt beziehungsweise Jobcenter übernommen. Rund 764.000 Menschen erhalten eine solche ergänzende Grundsicherung, obwohl sie zuvor gearbeitet haben, deren Rente jedoch nicht zum Lebensunterhalt ausreicht.

Bei Grundsicherung oder Sozialhilfe übernimmt der Staat die Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung vollständig, sofern diese angemessen sind. Die monatlichen Kosten liegen pro Person – abhängig vom Versicherungsstatus und der Anzahl der Kinder – durchschnittlich bei etwa 83 Euro. Daraus ergibt sich eine monatliche Summe von rund 63,4 Millionen Euro beziehungsweise etwa 760,9 Millionen Euro pro Jahr, die der Staat in die Pflegeversicherung einzahlt.

Ein Teil der Empfänger von Grundsicherung im Alter hat zuvor nie in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Das betrifft etwa 221.000 Personen. Für diese Gruppe ergeben sich geschätzte Beiträge von rund 18,3 Millionen Euro monatlich beziehungsweise etwa 220,1 Millionen Euro jährlich.

3.  Zusätzlich beziehen etwa 19,4 Millionen Menschen in Deutschland eine Zusatzrente. Bei einer durchschnittlichen Zusatzrente von rund 500 Euro monatlich werden daraus im Schnitt etwa 19,50 Euro Pflegeversicherungsbeitrag abgeführt. Das ergibt eine monatliche Summe von rund 378,3 Millionen Euro beziehungsweise etwa 4,54 Milliarden Euro im Jahr.

Insgesamt ergibt sich daraus eine geschätzte monatliche Summe von rund 460 Millionen Euro beziehungsweise etwa 5,52 Milliarden Euro jährlich.

Rechnet man alle genannten Positionen zusammen, einbezogen auch die von mir vorher genannten Summen, ergibt sich laut dieser Berechnung nun eine Gesamtsumme von:

  • monatlich: rund 1,39 Milliarden Euro
  • jährlich: rund 16,7 Milliarden Euro

Diese Summen zeigen, welche erheblichen finanziellen Mittel in die Pflegeversicherung und die soziale Absicherung fließen.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei allen genannten Zahlen ausschließlich um ungefähre Schätzwerte handelt. 

Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Gewähr übernommen.

 

Kommentare

  1. Lieber Peter, lieber Kollege,

    vielen herzlichen Dank für deine ausführliche und verständliche Aufklärung.

    In deinem Beitrag stehen viele Informationen, die mir bislang überhaupt nicht bekannt waren. Natürlich ist nachvollziehbar, dass du bei den derzeit verfügbaren Angaben nur ungefähre Einschätzungen geben kannst.

    Auch ich frage mich, wohin die Beiträge meines Mannes und meine eigenen Beiträge zur Pflegeversicherung tatsächlich hin fließen.

    Bei uns werden, wie bei dir, Beiträge über verschiedene Stellen abgeführt, unter anderem über die Deutsche Rentenversicherung Bund sowie die ZVK.

    Wenn man einmal zusammenrechnet, welche Summen dabei im Laufe der Jahre zusammenkommen, ist das wirklich enorm.

    Viele Bürger wünschen sich daher mehr Transparenz darüber, wie diese Gelder verwendet werden, schließlich handelt es sich um Milliardenbeträge und es ist verständlich, dass Menschen nachvollziehen möchten, wofür öffentliche Mittel eingesetzt werden.

    Immer wieder wird öffentlich über Ausgaben für Entwicklungsprojekte im Ausland, Beiträge an internationale Organisationen oder Unterstützungsleistungen für andere Staaten diskutiert. Dabei stellen sich viele die Frage, in welchem Verhältnis diese Ausgaben zu den Bedürfnissen im eigenen Land stehen und welchen konkreten Nutzen Deutschland daraus zieht.

    Ähnlich wird auch über die finanziellen Beiträge Deutschlands an die EU oder die NATO debattiert.
    Viele Menschen wünschen sich hierzu nachvollziehbare Informationen und eine offene Kommunikation seitens der Politik.

    In einer demokratischen Gesellschaft gehört es dazu, dass Bürger Fragen stellen, Entscheidungen kritisch hinterfragen und Transparenz einfordern dürfen.

    Auch beim Thema Pflegeversicherung besteht bei vielen der Wunsch nach klareren Informationen darüber, wie die eingezahlten Beiträge verwendet werden und ob die Mittel ausschließlich ihrem vorgesehenen Zweck zugutekommen.

    Gerade angesichts steigender Kosten und einer alternden Gesellschaft beschäftigt dieses Thema zahlreiche Menschen.

    Entschuldige bitte, lieber Peter, dass mein Kommentar nun doch etwas länger geworden ist.

    Aber dieses Thema bewegt mich sehr und ich wollte meine Gedanken dazu einmal offen formulieren.

    Dabei ist mir wichtig zu betonen, dass sachliche Kritik, unterschiedliche Meinungen und offene Diskussionen ein wesentlicher Bestandteil einer demokratischen Gesellschaft sind.

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  2. Hallo Kamerad, lieber Peter,

    wie immer ein starker und ehrlicher Beitrag von dir.

    Ich kann deinen Worten nur zustimmen, denn viele Bürger empfinden die aktuelle Entwicklung inzwischen als große Belastung.

    Seit Jahren hören wir von Einsparungen, Reformen und neuen finanziellen Anforderungen, während die Abgaben für Arbeitnehmer und Rentner immer weiter steigen. Steuern, Krankenversicherung, Zusatzbeiträge, Pflegeversicherung und weitere Pflichtabgaben summieren sich mittlerweile zu einer erheblichen Belastung für viele Menschen.

    Gerade deshalb stellt sich für viele die berechtigte Frage, wie dauerhaft soziale Gerechtigkeit und Gleichbehandlung gewährleistet werden sollen.

    Aus meiner Sicht sollte ernsthaft darüber diskutiert werden, dass auch Beamte und politische Mandatsträger stärker in die allgemeinen Sozialversicherungssysteme eingebunden werden, so wie es für die Mehrheit der Arbeitnehmer selbstverständlich ist.

    Fakt ist, Mitglieder des Bundestages zahlen keine Beiträge in die gesetzliche Arbeitslosen oder Rentenversicherung. Gesetzlich krankenversicherte Abgeordnete zahlen hingegen, wie Arbeitnehmer auch den regulären Krankenversicherungsbeitrag inklusive Zusatzbeitrag, wobei der Bundestag einen Zuschuss in Höhe des Arbeitgeberanteils übernimmt.

    Ein Teil der Abgeordneten ist privat kranken- und pflegeversichert. In diesen Fällen gelten Zuschussregelungen beziehungsweise Beihilfeleistungen nach den jeweils geltenden gesetzlichen Vorschriften. Viele Bürger empfinden diese Unterschiede im Vergleich zur Situation normaler Arbeitnehmer jedoch als schwer nachvollziehbar.

    Ebenso stellt sich für viele Beitragszahler die Frage, wie die enormen Mittel der Pflegeversicherung langfristig verwendet und abgesichert werden. Wenn gleichzeitig steigende Beiträge gefordert werden, wächst verständlicherweise der Wunsch nach mehr Transparenz und Fairness.

    Liebe Liane, lieber Peter, ihr wisst selbst, genau wie viele andere zahlen auch meine Frau und ich über Jahrzehnte hinweg erhebliche Beiträge, sowohl in die Rentenversicherung Bund als auch zusätzlich in die ZVK. Deshalb darf man wohl erwarten, dass mit diesen Geldern verantwortungsvoll und nachvollziehbar umgegangen wird.

    Wohin die gesamte Entwicklung langfristig führt, beschäftigt inzwischen viele Menschen. Peter, du weißt selbst, dass manche ihren Lebensabend mittlerweile im Ausland verbringen, weil sie dort mit ihrer Rente und Zusatzversorgung finanziell besser zurechtkommen. Hätten wir keine Kinder hier, würden wir uns diese Frage vermutlich ebenfalls stellen.

    Doch Familie und Heimat wiegen eben oft schwerer als rein finanzielle Überlegungen.

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  3. Hallo ihr Lieben,

    dem, was ihr geschrieben habt, kann ich voll und ganz zustimmen.

    Ihr habt alle genau das ausgedrückt, was ich ebenfalls denke, deshalb möchte ich dem nichts mehr hinzufügen und bedanke mich bei euch.

    Nochmals ein großes Bravo an euch alle und vielen Dank, Peter, für deine viele Mühe!

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