Die 1000-Euro-Entlastungsprämie Pleite


Für mich zeigt die Debatte um die geplante 1000-Euro-Entlastungsprämie vor allem eins: „Selbst innerhalb der Politik glaubt inzwischen kaum noch jemand daran, dass dieses Modell wirklich umgesetzt wird.“

Nachdem das Vorhaben im Bundesrat gescheitert ist, stellen sich nun auch zwei prominente Ministerpräsidenten offen dagegen, Markus Söder und Manuela Schwesig.

Besonders deutlich wurde Schwesig in der ARD-Sendung „Caren Miosga“.

Aus ihrer Sicht sollte die Bundesregierung die Idee endgültig begraben und stattdessen endlich eine echte Einkommensteuerreform auf den Weg bringen.

Ihr Fokus liegt dabei klar auf Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen. Wer bis etwa 3000 Euro brutto im Monat verdient, müsse dauerhaft entlastet werden und zwar so, dass die Hilfe tatsächlich bei allen ankommt und nicht nur punktuell wirkt.

Auch Markus Söder hält die Prämie inzwischen praktisch für erledigt. Seiner Meinung nach war die Idee zwar gut gemeint, habe aber massive Kritik ausgelöst, sowohl aus der Wirtschaft als auch von den Bundesländern.

Vor allem die drohenden Steuerausfälle seien vielen Ländern zu hoch gewesen. Deshalb plädiert auch er dafür, das Geld lieber direkt in eine Reform der Einkommensteuer zu investieren.

Dass die Erfolgschancen der Prämie inzwischen stark gesunken sind, überrascht mich ehrlich gesagt nicht.

Geplant war ursprünglich, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten freiwillig bis zu 1000 Euro steuerfrei auszahlen können.

Der Staat hätte sich indirekt beteiligt, weil Unternehmen die Summe steuerlich hätten absetzen können.

Doch im Bundesrat bekam das Vorhaben kaum Unterstützung: „Nur vier der 16 Länder stimmten dafür.“

Kritisiert wurden vor allem die fehlende Finanzierung und der zusätzliche Druck auf die öffentlichen Haushalte.

Gleichzeitig kam auch aus der Wirtschaft Widerstand, viele Unternehmen sahen die Regelung offenbar eher als Belastung statt als echte Hilfe.

Jetzt bleibt offen, ob die Bundesregierung überhaupt noch versucht, das Gesetz über den Vermittlungsausschuss zu retten.

Wahrscheinlicher wirkt inzwischen, dass stattdessen stärker über eine größere Einkommensteuerreform gesprochen wird. Genau darüber dürfte auch im Koalitionsausschuss beraten werden.

Union und SPD hatten bereits im Koalitionsvertrag angekündigt, kleine und mittlere Einkommen steuerlich entlasten zu wollen.

Geplant ist das bislang ab 2027, konkrete Maßnahmen fehlen aber bisher komplett.

Für mich wirkt es deshalb so, als ob die Diskussion um die 1000-Euro-Prämie längst zu einer Grundsatzfrage geworden ist, kurzfristige Einmalzahlung oder dauerhafte Steuerentlastung.

Ich frage mich ernsthaft, welche Firma es sich heutzutage überhaupt leisten kann, ihren Mitarbeitern einfach mal bis zu 1000 Euro auszuzahlen, um sich das Geld später irgendwie vom Staat zurückzuholen. Meiner Meinung nach kann das weder ein kleiner Betrieb noch ein großer Konzern problemlos stemmen.

Nehmen wir doch einfach mal unser Klinikum Saarbrücken als Beispiel. Dort arbeiten rund 2500 bis 2700 Menschen, und genau wie viele andere Krankenhäuser kämpft auch dieses Klinikum massiv mit den Folgen der Gesundheitsreform.

Überall wird gespart, Gelder werden gekürzt, und der finanzielle Druck wächst ständig weiter,wie soll so ein Betrieb dann zusätzlich Millionenbeträge für eine Entlastungsprämie vorstrecken?

Für mich ist das völlig unrealistisch und praktisch unmöglich.

Ich verstehe deshalb auch nicht, warum der Staat diesen komplizierten Umweg überhaupt gehen will, wenn die Bundesregierung wirklich helfen möchte, dann sollte sie jedem Arbeitnehmer und jedem Rentner die 1000 Euro direkt auszahlen.

Am Ende macht es doch finanziell keinen Unterschied, ob das Geld erst an die Betriebe geht und später wieder ausgeglichen wird oder ob es direkt bei den Menschen landet.

Stattdessen werden weiterhin Milliarden über Milliarden ins Ausland überwiesen, während die eigenen Bürger immer stärker belastet werden, genau das können viele Menschen inzwischen einfach nicht mehr nachvollziehen.

Für mich bleibt deshalb die Frage: „Warum macht man alles unnötig kompliziert, wenn es auch direkt und unkompliziert gehen würde?“

Das soll mir bitte mal einer erklären.

Kommentare

  1. Herr Schöpe, das haben Sie wirklich hervorragend geschrieben – dafür ziehe ich meinen Hut.

    Genauso sieht die Realität nämlich aus. Auch ich habe mich sofort gefragt, welche Firma das heutzutage überhaupt noch stemmen soll, und dann am besten auch noch freiwillig.

    Viele Betriebe kämpfen doch bereits jetzt ums Überleben. Egal ob kleine Unternehmen, Mittelstand oder große Betriebe, überall wird gespart, gekürzt und gerechnet.

    Gerade in der heutigen Zeit, mit steigenden Kosten, hohen Energiepreisen und immer neuen Belastungen, kann doch kaum ein Arbeitgeber einfach mal so tausende oder sogar Millionen Euro vorstrecken.

    Deshalb verstehe ich Ihren Gedanken vollkommen, wenn die Bundesregierung die Menschen wirklich entlasten möchte, dann müsste sie das Geld direkt an Arbeitnehmer und Rentner auszahlen, ohne komplizierte Umwege über die Betriebe.

    Denn am Ende spielt es finanziell doch keine Rolle, ob das Geld erst über Unternehmen läuft oder direkt bei den Bürgern ankommt.

    Für mich wirkt dieses ganze Modell einfach völlig praxisfern.

    Die Politik scheint oft zu vergessen, wie es draußen in der Realität aussieht.
    Viele Menschen arbeiten hart, Rentner müssen jeden Euro umdrehen, und gleichzeitig werden immer neue Belastungen geschaffen, statt endlich einfache und gerechte Lösungen umzusetzen.

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  2. Ich stimme Ihnen beiden vollkommen zu, sehr gut und ehrlich geschrieben, ich liebe es wenn jemand sich traut seine Meinung zu schreiben und nicht schweigt!

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