Arroganz und Selbsttäuschung


Es ist immer wieder faszinierend, wie manche Menschen meinen, sie könnten sich über andere stellen, große Reden schwingen und permanent den Moralapostel spielen, als hätten sie selbst nie Fehler gemacht.

Nach außen wird auf überlegen getan, andere werden belächelt oder klein gemacht, während man gleichzeitig hofft, dass bloß niemand genauer hinschaut.

Denn oft reicht schon ein kurzer Blick hinter die Fassade, um zu erkennen, dass dort längst nicht alles so makellos ist, wie es dargestellt wird.

Wer ständig damit beschäftigt ist, andere abzuwerten, beweist damit selten Stärke.

Häufig zeigt es eher, wie groß das Bedürfnis ist, eigene Unsicherheiten zu überspielen.

Wirklich souveräne Menschen müssen sich nicht dauerhaft profilieren, keine Show abziehen und auch nicht bei jeder Gelegenheit versuchen, andere schlechter aussehen zu lassen, nur um selbst größer zu wirken.

Besonders amüsant wird es dann, wenn ausgerechnet diejenigen die lautesten Sprüche klopfen, die selbst genug offene Baustellen haben.

Da wird mit dem Finger auf andere gezeigt, obwohl man genau weiß, dass die eigene Weste alles andere als sauber ist.

Aber manche glauben offenbar, Lautstärke ersetzt Charakter und Arroganz sei ein Zeichen von Überlegenheit.

Dabei wirkt dieses Verhalten meistens einfach nur peinlich und durchschaubar.

Wer wirklich etwas erreicht hat, muss nicht ständig betonen, wie überlegen er angeblich ist.

Menschen mit echter Größe behandeln andere respektvoll und haben es nicht nötig, sich künstlich aufzublasen, dieses permanente Gehabe, die übertriebene Selbstdarstellung und das herablassende Auftreten wirken irgendwann nur noch wie eine schlecht gespielte Rolle, die jeder längst durchschaut hat.

Vielleicht wäre es sinnvoller, weniger Energie darauf zu verschwenden, andere kleinzureden und stattdessen erstmal vor der eigenen Tür zu kehren, denn je lauter manche versuchen, perfekt zu wirken, desto offensichtlicher wird oft, wie viel Fassade eigentlich dahintersteckt.

 

Kommentare

  1. Lieber Peter,

    ich kann dir da nur zustimmen und eindeutig sagen: „Oh ja!“

    Es ist leider nicht nur gelegentlich, sondern nahezu durchgehend zu beobachten, dass sich viele Menschen auf diese Weise verhalten und eben nicht nur einige wenige.

    Einzelne Personen werfen bewusst Themen oder Behauptungen in den Raum, die von anderen sofort aufgegriffen und weitergetragen werden.

    Hinter solchen Vorgängen stehen nicht selten äußerst problematische oder fragwürdige Hintergründe, über die selbstverständlich öffentlich nicht gesprochen wird.

    Besonders bedenklich ist dabei, dass manche Menschen derart von ihrer eigenen Darstellung überzeugt sind, dass sie offenbar vollständig ausblenden, sich letztlich selbst zu täuschen.

    Nach außen wird ein makelloses Bild vermittelt, obwohl durchaus bekannt sein dürfte, dass angesichts der eigenen Vergangenheit oder bestehender Umstände eigentlich Zurückhaltung angebracht wäre.

    Stattdessen wird dies verdrängt und man präsentiert sich öffentlich als moralisch einwandfrei.

    Leider zeigt sich dieses Verhalten besonders häufig im Internet.

    Allerdings habe ich vergleichbare Erfahrungen auch bereits im persönlichen Umfeld gemacht.

    Aus solchen Situationen habe ich mich konsequent und sehr schnell zurückgezogen, da dort ebenfalls Unwahrheiten, Widersprüche und wiederholte Täuschungen eine erhebliche Rolle gespielt haben.

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