Meine Gedanken zur aktuellen Lage der schwarz-roten Bundesregierung
Wenn ich mir die aktuelle Lage der schwarz-roten Bundesregierung anschaue, habe ich den Eindruck, dass zwar ständig an Reformen gearbeitet wird, die Stimmung aber ziemlich angespannt ist.
Das merkt man besonders bei der Klausur der Union mit Kanzler Friedrich Merz, der sich dabei auch einiges an Kritik anhören muss.
Ich erinnere mich, vor etwa einem Jahr wurde auf dem EUREF-Campus in Berlin noch feierlich der Koalitionsvertrag unterschrieben.
Damals sprach man von einem „Fortschrittsort“, heute wirkt das fast ironisch, selbst Jens Spahn muss eingestehen, dass es viel zu langsam vorangeht, der Fortschritt fühlt sich eher wie im Schneckentempo an.
Sein Appell wirkt auf mich fast schon verzweifelt, es reiche eben nicht, ständig nur zu reden, Pressekonferenzen zu geben oder Gastbeiträge zu schreiben. Es müssten endlich konkrete Entscheidungen getroffen werden. Für mich klingt das so, als wolle er all die ständigen Störungen und öffentlichen Streitereien innerhalb der Regierung beenden.
Besonders deutlich wird für mich auch, wie genervt die Union von der SPD ist. In CDU und CSU sehen viele die Sozialdemokraten eher als Bremser statt als Partner.
Ich bekomme den Eindruck, dass die Geduld langsam am Ende ist und man endlich mit den großen Reformen starten will.
Als der Kanzler dann selbst auftaucht, versucht er Optimismus zu verbreiten, Friedrich Merz glaubt offenbar noch daran, dass alles gelingen kann.
Gleichzeitig spüre ich aber, dass allen klar ist, es standen entscheidende Wochen bevor.
Vor allem vier große Reformprojekte drängen, Gesundheit, Pflege, Rente und Steuern.
Auch aus der Union höre ich Sorgen, einer sagte und brachte es deutlich auf den Punkt, wenn diese zentralen Aufgaben jetzt nicht gelöst werden, könnte das Vertrauen der Bevölkerung verloren gehen.
Ehrlich gesagt kann ich diesen Gedanken gut nachvollziehen und ich denke das Vertrauen der Bevölkerung ist seit gestern verloren gegangen.
Dazu
kommt, dass es innerhalb der Union selbst rumort, Aussagen von Friedrich Merz
zur Rente haben viele verunsichert.
Einige
reagieren empfindlich und betonen, dass Rentenkürzungen kein Thema sein
dürften.
Für mich wirkt das wie ein Zeichen dafür, dass nicht einmal intern völlige Einigkeit herrscht.
Insgesamt habe ich das Gefühl, dass sich die Koalition gerade in einer besonders schwierigen Phase befindet.
Selbst der Kanzler scheint nicht wirklich daran zu glauben, dass danach plötzlich alles reibungslos läuft, die Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität ist offensichtlich.
Ein Hoffnungsschimmer war die geplante Gesundheitsreform, sie ist beschlossen und hat sehr erhebliche Einsparungen gebracht.
Der Kanzler machte klar, dass Tempo gefragt ist, die erste Hälfte der Regierungszeit sei entscheidend, aber nicht mit diesen Reformen, mal sehen ob es zu Neuwahlen kommt!
Gleichzeitig spitzt sich der Streit um Geld und Schulden weiter zu. Für mich klang es so, als habe die Union eine klare Linie, keine neuen Schulden, jedoch, was ist jetzt, Schulden über Schulden!
Jens Spahn formuliert das ziemlich nüchtern, die großen finanziellen Spielräume seien aufgebraucht, stattdessen müsse man mit dem auskommen, was da ist, auch wenn das für viele unbequem wird, es ist und war unbequem und wie oben schon gesagt, ohne Schulden geht es nicht!
Parallel dazu sorgte die SPD mit eigenen Forderungen und roten Linien für zusätzlichen Druck, dieser ist verhallt.
Ich habe den Eindruck, dass beide Seiten eher gegeneinander arbeiteten als gemeinsam Lösungen zu finden.
Dieses „Fernduell“ verstärkt für mich das Bild einer Koalition, die mehr mit sich selbst beschäftigt ist als mit ihren eigentlichen Aufgaben.
Unterm Strich wirkt das Ganze auf mich wie ein ständiges Ringen mit viel Zweckoptimismus nach außen, aber erheblichen Spannungen im Inneren.
Ob diese Regierung die großen Reformen wirklich umsetzen kann, erscheint mir im Moment alles andere als sicher.

Hallo Peter,
AntwortenLöschendas sind wirklich gute Gedanken, die ich genauso sehe.
Ich frage mich auch oft, was das alles eigentlich soll.
In meinen Augen war diese Regierung von Anfang an zum Scheitern verurteilt, erst hieß es, wir müssten von den Schulden runterkommen und dürften keine neuen machen und was passiert, 200 Milliarden neue Schulden, das ist doch Wahnsinn!
Und wer zahlt am Ende die Zeche, natürlich wir Bürger.
Ehrlich gesagt habe ich das Gefühl, es spielt kaum eine Rolle, welche Regierung gerade am Ruder ist, große Unterschiede sehe ich da nicht.
Ich selbst wähle keinen von diesen „Hanseln“, gehe aber trotzdem zur Wahl und gebe meine Stimme einer kleinen Partei, einfach damit die Stimme nicht verfällt.
Aber mal ehrlich, Peter, wir können daran nichts ändern, es wird über unsere Köpfe hinweg entschieden.
Die Rechten reiben sich die Hände, würden es aber vermutlich auch nicht besser machen.
Der deutsche Michel schimpft zwar ohne Ende, sitzt dabei aber gemütlich auf der Couch oder in der Kneipe und wenn man dann sagt, komm, geh mit uns auf die Straße, wird es plötzlich ganz still, dafür sind viele einfach zu bequem, das kennen du und ich nur zu gut.
Denk mal an früher zurück, als wir mit der Gewerkschaft auf die Straße gegangen sind, da stand tagelang, ja teilweise wochenlang alles still und heute, nichts mehr.
Die Gewerkschaften sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.
Liebe Angela,
AntwortenLöschenvielen Dank für deinen Beitrag.
Beim Thema Gewerkschaften zeigt sich doch schon in meinem Beitrag zum 1. Mai ein deutliches Bild, wie viele Menschen waren tatsächlich auf der Straße? Kaum der Rede wert.
Ich sage es immer wieder, der „deutsche Michel“ beschwert sich gern auf der Couch oder in der Kneipe.
Doch sobald es darum geht, selbst aktiv zu werden und etwas zu bewegen, wird es auffallend still, keine Diskussionen, kein Schimpfen mehr, leider ist das kein neues Phänomen, sondern zieht sich schon lange so durch.
Ich habe daher Zweifel, dass wir jemals ein Engagement erreichen wie etwa in der Schweiz mit ihren Volksbegehren und Abstimmungen.
Auch das Beispiel Frankreich zeigt, wie unterschiedlich es laufen kann, dort steht bei Streiks alles still, selbst kleine Betriebe schließen und der Druck führt häufig zu Ergebnissen.
Bei uns hingegen fehlt es oft am gemeinsamen Anpacken und genau das macht Veränderungen so schwierig.
Wenn es so weiter geht, scheitert Schwarz-Rot ebenso wie die Ampel, aber dann können wir uns warm anziehen, dann wird es wahrscheinlich ohne die AFD keine Mehrheiten mehr geben, ich sage nur, "selbst dran schuld!"
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